Worum es geht
Kontrollpunkt zeigt, was Fahrgäste im Hamburger Nahverkehr gerade melden: Bauarbeiten und Sperrungen, Störungen und Ausfälle, Einsätze, defekte Aufzüge und Rolltreppen und Fahrkartenkontrollen. Nicht mehr und nicht weniger: Es ist eine Karte mit Hinweisen anderer Fahrgäste, so wie eine Nachricht an Freunde „der Aufzug ist kaputt“ oder „hier wird gerade kontrolliert“.
Wofür diese App gedacht ist. Wer weiß, was auf seiner Strecke los ist, plant anders. Ein defekter Aufzug entscheidet für Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen darüber, ob die Fahrt überhaupt geht. Eine gemeldete Sperrung erspart den Umweg. Und eine Kontrolle ohne gültiges Ticket kostet 60 Euro erhöhtes Beförderungsentgelt und kann zur Anzeige führen: Wer sieht, dass im eigenen Netz kontrolliert wird, hat den handfesten Anlass, vor dem Einsteigen ein Ticket zu lösen. Genau darum geht es hier: Ärger vermeiden, bevor er entsteht. Die App ersetzt kein Ticket und schützt vor nichts.
Wofür sie nicht gedacht ist. Nicht dafür, ohne Fahrschein zu fahren. Wer das tut, trägt das Risiko selbst: Meldungen sind Momentaufnahmen von Fremden, sie können falsch, veraltet oder unvollständig sein, und Kontrollen bewegen sich. Eine leere Karte heißt nicht, dass nicht kontrolliert wird -- sie heißt nur, dass niemand etwas gemeldet hat. Dasselbe gilt für alles andere: Kein gemeldeter Aufzugsschaden heißt nicht, dass jeder Aufzug fährt.
Was nicht gemeldet wird. Keine Personen, keine Beschreibungen, keine Fotos, kein freier Text. Nur der Ort, die Linie, was dort los ist und wann. Jede Angabe ist eine Auswahl aus einer festen Liste. Kontrolleurinnen und Kontrolleure machen ihre Arbeit; sie sind hier kein Gegenstand.
Wie es funktioniert
Melden dauert ein paar Sekunden. Erst was los ist, dann Linie und Station, dann die Angabe, die zu dieser Meldeart gehört. Kein Konto, keine Anmeldung, kein Freitext -- jedes Feld ist eine Auswahl.
Jede Meldung verfällt von selbst. Wie schnell, hängt daran, was gemeldet wurde: ein Einsatz gilt eine Stunde, eine Kontrolle höchstens zwei, eine Baustelle vierzehn Tage.
Die Karte rechnet mit. Kontrollen bewegen sich. Aus Meldezeit und Fahrplan schätzt die App, wo ein Trupp jetzt sein könnte -- und färbt die Strecke entsprechend, statt einen Punkt stehen zu lassen. Was steht, steht: Eine Baustelle bleibt, wo sie gemeldet wurde.
Was gespeichert wird
Station, Linie, Richtung, Meldeart, Merkmal, Zeit. Sonst nichts. Kein Konto, keine Kennung, keine Koordinaten, keine Bilder, kein freier Text.
Der Standort verlässt das Gerät nicht. Er wird auf dem Telefon mit den Meldungen verglichen, die ohnehin schon dort liegen, und danach verworfen. Aus Ihrem Standort entsteht kein Bewegungsprofil, weder bei uns noch auf dem Gerät.
Ausführlich in der Datenschutzerklärung.
Warum das legal ist
Vier der fünf Meldearten werfen die Frage gar nicht auf: Dass an einer Station der Aufzug defekt ist, dass eine Strecke gesperrt ist oder dass ein Zug steht, darf jeder sagen und jeder wissen.
Bleibt die fünfte. Wer meldet, dass gerade kontrolliert wird, verbreitet ebenfalls eine wahre Tatsache, und das ist von der Meinungsfreiheit gedeckt (Art. 5 GG). Für Warnungen vor Verkehrsüberwachung während der Fahrt gibt es eine ausdrückliche Regel (§ 23 Abs. 1c StVO) -- für Fahrkartenkontrollen gibt es keine solche Vorschrift.
Diese App fordert an keiner Stelle dazu auf, ohne Fahrschein zu fahren. Beim Start bestätigt jede Nutzerin und jeder Nutzer ausdrücklich, ein gültiges Ticket zu haben.
Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Einordnung, nach der dieses Projekt gebaut ist. Mehr dazu unter Fragen.
Was eine Kontrolle kostet
Das erhöhte Beförderungsentgelt ist bundesweit auf 60 Euro festgelegt (§ 9 Abs. 3 EVO). Ob eine Anzeige folgt, entscheidet das Verkehrsunternehmen.
Weitere Städte
Hamburg ist der Anfang. Welche Stadt als Nächstes dazukommt, hängt daran, wo genug Menschen mitmachen -- eine Meldekarte lebt davon, dass jemand meldet. Vorschläge gehen an hallo@cl3verdesign.com.
Hinter der App
Kontrollpunkt entwickelt eine einzelne Person, in der Freizeit, ohne Firma dahinter. Die App ist kostenlos, zeigt keine Werbung, verkauft nichts und sammelt keine Daten, die sich verkaufen ließen. Was sie kostet, sind Server, Kartendaten und Zeit.