Worum es geht
Kontrollpunkt zeigt, wo Fahrgäste gerade Fahrkartenkontrollen gemeldet haben. Nicht mehr und nicht weniger: Es ist eine Karte mit Hinweisen anderer Fahrgäste, so wie eine Nachricht an Freunde „hier wird gerade kontrolliert“.
Wofür diese App gedacht ist. Eine Kontrolle ohne gültiges Ticket kostet 60 Euro erhöhtes Beförderungsentgelt und kann zur Anzeige führen. Wer sieht, dass im eigenen Netz kontrolliert wird, hat den handfesten Anlass, vor dem Einsteigen ein Ticket zu lösen. Genau darum geht es hier: Ärger vermeiden, bevor er entsteht. Die App ersetzt kein Ticket und schützt vor nichts.
Wofür sie nicht gedacht ist. Nicht dafür, ohne Fahrschein zu fahren. Wer das tut, trägt das Risiko selbst: Meldungen sind Momentaufnahmen von Fremden, sie können falsch, veraltet oder unvollständig sein, und Kontrollen bewegen sich. Eine leere Karte heißt nicht, dass nicht kontrolliert wird -- sie heißt nur, dass niemand etwas gemeldet hat.
Was nicht gemeldet wird. Keine Personen, keine Beschreibungen, keine Fotos, kein freier Text. Nur Linie, Station, Richtung und Zeit. Kontrolleurinnen und Kontrolleure machen ihre Arbeit; sie sind hier kein Gegenstand.
Wie es funktioniert
Melden dauert drei Sekunden. Linie wählen, Station wählen, Richtung wählen. Kein Konto, keine Anmeldung, kein Freitext.
Jede Meldung verfällt von selbst. Zwischen 12 und 45 Minuten, je nachdem wie viel gerade los ist. Bestätigte Meldungen halten länger, nach zwei Stunden ist jede weg.
Die Karte rechnet mit. Kontrollen bewegen sich. Aus Meldezeit und Fahrplan schätzt die App, wo ein Trupp jetzt sein könnte -- und färbt die Strecke entsprechend, statt einen Punkt stehen zu lassen.
Was gespeichert wird
Station, Linie, Richtung, Zeit. Sonst nichts. Kein Konto, keine Kennung, keine Koordinaten, keine Bilder, kein freier Text.
Der Standort verlässt das Gerät nicht. Er wird auf dem Telefon mit den Meldungen verglichen, die ohnehin schon dort liegen, und danach verworfen. Es entsteht kein Bewegungsprofil, weder bei uns noch auf dem Gerät.
Ausführlich in der Datenschutzerklärung.
Warum das legal ist
Wer meldet, dass gerade kontrolliert wird, verbreitet eine wahre Tatsache. Das ist von der Meinungsfreiheit gedeckt (Art. 5 GG). Für Warnungen vor Verkehrsüberwachung während der Fahrt gibt es eine ausdrückliche Regel (§ 23 Abs. 1c StVO) -- für Fahrkartenkontrollen gibt es keine solche Vorschrift.
Diese App fordert an keiner Stelle dazu auf, ohne Fahrschein zu fahren. Beim Start bestätigt jede Nutzerin und jeder Nutzer ausdrücklich, ein gültiges Ticket zu haben.
Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Einordnung, nach der dieses Projekt gebaut ist. Mehr dazu unter Fragen.
Was eine Kontrolle kostet
Das erhöhte Beförderungsentgelt ist bundesweit auf 60 Euro festgelegt (§ 9 Abs. 3 EVO). Ob eine Anzeige folgt, entscheidet das Verkehrsunternehmen.
Weitere Städte
Hamburg ist der Anfang. Welche Stadt als Nächstes dazukommt, hängt daran, wo genug Menschen mitmachen -- eine Meldekarte lebt davon, dass jemand meldet. Vorschläge gehen an hallo@cl3verdesign.com.
Hinter der App
Kontrollpunkt entwickelt eine einzelne Person, in der Freizeit, ohne Firma dahinter. Die App ist kostenlos, zeigt keine Werbung, verkauft nichts und sammelt keine Daten, die sich verkaufen ließen. Was sie kostet, sind Server, Kartendaten und Zeit.